Geschichte und Entstehung

Das Gebäude des heutigen Jugendclub Trebnitz e.V. hat eine vielseitige Vergangenheit. Errichtet wurde das Gebäude 1958. Nachdem der Grundstückseigentümer des Bauplatzes, Rudolf Eichler, während der Nachkriegszeit in den Westen flüchtete, wurde das Besitzrecht an die Volksrepublik der DDR übertragen und das Grundstück somit zum Volkseigentum.
Die LPG Typ 3 ("Vorwärts Trebnitz") konnte die freie Fläche dadurch nutzen und baute mit Hilfe ihrer Baubrigade einen Hühnerstall, der damals noch ein einfacher Bretterverschlag war. Diese Baubrigade der LPG Typ 3 bestand aus den Mitgliedern der LPG Trebnitz, unter anderem den Herren Willi Weidhase und Willi Karius. Der damalige LPG-Chef Ewald Gerhardt, der von 1960 bis 1992 als Vorsitzender dieses Amt begleitete, schuf diesen Hühnerstall um zusätzliche Absätze verzeichnen zu können.
Im Vornherein wurde der Hang, an dem das Gebäude errichtet werden sollte, in Handarbeit und mit Hilfe von Traktoren von der Brigade aufgeschüttet. Das heutige, längliche, quaderförmige Erscheinungsbild beruht auf dem eigentlichen Nutzungszweck als Hühnerstall und ist bis heute nicht gravierend verändert worden.
Finanziert wurde der Bau des Hühnerstalls und alle weiteren Umbauten einzig duch eigene Produktionseinnahmen der LPG Typ 3 Trebnitz, da keine Fördermittel verfügbar waren. Die Mitglieder der Baubrigade errichteten das Gebäude in der Dienstzeit ihrer Arbeitsanstellung. Eine Baugenehmigung lag nicht vor und war nicht notwendig. Um die benötigten Kapazitäten aufbringen zu können, wurden der Baubrigade eine zusätzliche Zimmermannsbrigade und eigene Werkstatt zur Verfügung gestellt.
Der damalige Vorsitzende, Herbert Gäbelein, ging im Frühjahr 1960 in seinen Ruhestand und übergab die Verantwortlichkeit am weiteren Bau des Gebäudes an Ewald Gerhardt. Später, als der Hühnerstall sich nicht mehr rentierte, da die Ausgaben die Einnahmen überwogen, baute die LPG Typ 3 in der Mitte der sechziger Jahre die Holzbaracke zu einem massiven Gebäude um. Der Gedanke hinter diesem Projekt war eine Verwendung als Lager für Futtergetreide. An der Position, die den heutigen Eingangsbereich des Gebäudes darstellt, baute man Rampen um das Getreide be- und entladen zu können; sie sind noch heute erhalten und nur durch Treppen erstetzt worden.
Das Getreidelager wurde bis Ende der siebziger Jahre genutzt und anschließend in ein Materiallager für Maschinen, Arbeitskleidung und sonstige Wirtschaftsgüter wie Schrauben, Ketten und Ersatzteile umgewandelt, das diesen Verwendungszweck bis zum Jahre 1981 innehatte. Danach, als das Gebäude seinen wirtschaftlichen Nutzen als Lager verloren hatte, bauten die Herren um Ewald Gerhardt und Walther Fiebig aufgrund der am Ende der siebziger Jahre aufgelösten Baubrigade das Gebäude in Eigenregie um. Sie gestalteten es im Sinne einer gesellschaftlichen Nutzung zu einem Versammlungs- bzw. Tanzlokal, das von 1981 bis 1989 in Betrieb war. Die Verantwortlichen, unter ihnen Herr Gerhardt und Fiebig aus Trebnitz, installierten hierfür unter anderem einen Kachelofen, Betontische, neue Fenster und sanitäre Einrichtungen, welche noch heute ihren ursprünglichen Standort haben. Im Jahre 1986 enstand in Zusammenarbeit der LPG Trebnitz- die 1968 durch den Zusammenschluss der LPG Typ 1 Laasen, LPG Typ 2 Schwaara und LPG Typ 3 Trebnitz in eine Genossenschaft umgewandelt wurde- und der FDJ ein Club, in dem sich die Jugendlichen des Dorfs Trebnitz und der anliegenden Ortschaften trafen um ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Man spielte Tischtennis, veranstaltete Discoabende, nahm an FDJ- und Tanzveranstaltungen teil.
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands um 1989 zerbrach die Gemeinschaft und der Club ging in den Besitz der damaligen Gemeindeverwaltung über. Ab jenem Zeitpunkt wurde der Trebnitzer Jugendclub von dieser Institution verwaltet. Es existierte kein Vorstand mehr, sondern lediglich Ansprechpartner und verantwortliche Jugendliche, welche sich um die Organisation des Clubs bemühten und einen Schlüssel zum Clubgebäude besaßen. Veranstaltungen wie Tischtennistuniere wurden trotz der veränderten Umstände aufrecht erhalten.
Im Jahre 1995 trat ein Generationswechsel ein. Da die damaligen Mitglieder bereits eigene Familien und Pflichten besaßen und sich diesen widmeten, wurde die Verantwortlichkeit an der Koordination des Clubs an jüngere Dorfbewohner übertragen.
Es wurde erneut ein Vorstand gebildet und der Jugendclub erfuhr einen neuerlichen Aufschwung. Die Anzahl der jugendlichen Mitglieder überstieg dazumal die der Erwachsenen. In den nächsten drei Jahren wandelte sich der Jugendclub stark. Es entstand ein Parkplatz, Räume wurden saniert und die sanitären Anlagen modernisiert. Finanziert wurden diese Erneuerungen duch Veranstaltungen des Clubs und durch Gelder der Gemeinde.
Im Jahre 1994 wurde der Ort Trebnitz in die Stadt Gera eingemeindet; damit kamen die ersten Probleme auf, denn mit einem Mal war das Jugendamt Gera für die Verwaltung des Jugendclubs zuständig. Das bedeutete, dass dem Jugendclub ein Ansprechpartner gestellt wurde, welcher ständig zugegen und gefragt war. Durch die vollzogene Eingemeindung mussten Öffnungszeiten im Clubgebäude eingeführt und für jede Unternehmung Genehmigungen eingeholt werden. Mit dieser neuen Situation kamen die Jugendlichen anfangs nicht zurecht, weswegen häufig Streitigkeiten untereinander und mit dem Jugendamt entstanden. Wegen wiederholter Meinungsverschiedenheiten wurde beschlossen, einen Verein zu gründen um eigene Vorstellungen des Jugendclubs freier ausleben zu können.
Aus diesem Grund wurde zum wiederholten Male der Vorstand ersetzt und eine Satzung verfasst. Seit der Vereinsgründung am 01.April 2000 trägt die Einrichtung den Namen "Jugendclub Trebnitz e.V.". Auch hier wurden dem Club wieder neue Probleme entgegengestellt, da der Jugendclub einen Mietvertrag mit der Stadt abeschlossen hatte und somit Miete für das Gebäude, das ja von den Mitgliedern selbst errichtet worden ist, zu entrichten hatte. Heute wird die Neugründung des Jugendclubs nicht bereut, weil viele Jugendliche durch ihre neugewonnenen Freizeitmöglichkeiten selbstständiger und teamfähiger wurden. Die Institution besteht derzeit rund fünfzig Mitgliedern, die sich nachhaltig am Bestehen des Clubs beteiligen.

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